Über die Partnerschaft mit "Stiftungsland" nehme ich auch in diesem Jahr mit meinen Veranstaltungen am Natur- und Genußfestival teil.
Als ich 13 Jahre alt wurde, hat mir meine Mutter gezeigt wie kochen geht.
Echt so: Guck mal - so geht Gulasch... so geht Hühnerfrikassee... so geht Kartoffelpüree...
Mit 16. Jahren war ich Gruppenleiterin bei den Pfadfindern, habe später Survival-Touren mitgemacht und veranstaltet und dabei erfahren, wie man sich von wild wachsenden Pflanzen ernähren kann.
Jeder neue Ort, den ich seither besuche, wird als erstes daraufhin erkundet, welche Pflanzen dort wachsen, um notfalls überleben zu können. Was ist essbar? Was ist giftig? Was steht unbedingt unter Schutz.
Auf diese Art mit Hilfe eines Rangers auch im nördlichen Alaska im Winter unter Eis und Schnee essbare Beeren zu finden, war neben vielen anderen Eindrücken ein ganz tolles Erlebnis.
Zurück nach Föhr...
Im Herbst 2020 mußte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen von 1993 bis bis dato ausgeübten Traumberuf Friseurin aufgeben und mich darauf zurückbesinnen, wo meine Wurzeln liegen.
Mich daran erinnern, was ich als Kind schon gelernt hatte, als Jugendliche geliebt habe und als junge Erwachsene an meine Schützlinge bei Spaziergängen in der Natur weitergegeben habe.
Freunde und Bekannte motivierten mich im Herbst 2021 zu meinem jetzigen Projekt mit den Worten: "Warum bietest Du keine Naturführungen oder Kräuterführungen auf Föhr an?
Du weisst so viel - und außerdem gibt es das hier auf Föhr noch nicht..." .
So lag mir die Föhrer Wildnis regelrecht zu Füssen.
Als mich im Spätherbst 2021 Gäste fragten, ob auf Föhr irgendwo Kräuterwanderungen angeboten würden, habe ich spontan geantwortet: "Bisher nicht, aber ab Frühjahr 2022".
Da ich das nun ausgesprochen hatte war mein Elan auch da.
Im Winter habe ich mein Wissen vervollständigt und Ende März 2022 die Kräuter- und Heilpflanzen-Prüfung vor der der IHK Lübeck abgelegt.
Das bessere Kennenlernen der Strand- und Küstengewächse habe ich u. a. meiner Freundin Inke zu verdanken. Das hervorragend geführte Herbarium aus ihrer Schulzeit mit Nordseepflanzen, Salzwiesenkräutern und Föhrer Gewächsen war eine wahre Schatzgrube an Wissen!
Alle Begegnungen in dieser Zeit haben meinen Weg zurück in die Natur bestärkt.
Die Führungen, die ich mit den unterschiedlichsten Menschen durch die Föhrer Natur mache und die sich daraus ergebenden Gespräche sind nicht nur interessant sondern insgesamt eine große Bereicherung. Es macht unbeschreiblich viel Freude, selbst die kleinste Pflanze mit der Lupe genau zu betrachten und zu sehen, wie begeisterungsfähig meine Gäste sind. Vor allem wenn die Pflanzen so interessante Namen haben wie "Taubenkropfleimkraut" oder "Rauhaarige Dornmelde" ...
Da ich persönlich lieber Herzhaft als Süß esse und ich von klein auf ein olfaktorisch sensibles Wesen bin, war die Idee, zusätzlich Wildblüten- und Kräutersalze zu produzieren, naheliegend. Das Jahr ist lang und der Winter hält viel Zeit bereit.
Meine bisher privat genutzten eigenen Kräuter- und Salz-Rezepte habe ich hierfür noch einmal gründlich überarbeitet und perfektioniert.
Bärlauch, Löwenzahn, Rosen, Hagebutten, Brombeeren, Rosmarin, Thymian, Pfefferkraut, Lorbeer, Hopfen, Weinblätter sowie alle anderen Wildkräuter, Blüten und Beeren... sind auf Föhr gewachsen und von mir von Hand geerntet bzw. gesammelt. Die Algen für mein Algensalz kommen von einem Bio-zertifizierten Händler, der seine Algen aus Schottland bezieht.
In der Nähe der freien Hansestadt Breckerfeld bin ich auf einem ehemaligen Bauernhof aufgewachsen.
Haus und Hof meiner Familie konnten nach dem Tod meiner Großeltern nur deshalb weiter bewohnt werden, weil meine Eltern in den 70er Jahren auf die Idee kamen, eine Kaffee- und Weinstube in einem leerstehenden Nebengebäude - einer alten Kleineisenschmiede - zu betreiben.
In Punkto Ernährung gab es zu Hause allerdings keine Wirtshaus-Küche.
Meine Mutter (gelernte Hauswirtschafterin) hat mehr über über essbare Pflanzen gewusst, als viele andere Menschen, die ich kenne. Auch damals schon war das sogenannte, ungeliebte "Unkraut" Bestandteil unserer Ernährung. Dazu kam die eigene Ernte aus dem elterlichen Bauerngarten und angegliedertem Obsthof.
Ab dem Frühjahr bis in den Herbst hinein streiften wir jede Woche einige Stunden durch Wiese, Wald und Flur. Und oft kamen wir mit frischem essbarem Grün oder Pilzen nach Hause.
Wald und Wiesen um den Hof herum sind auch heute noch ein paradiesisches Biotop in dem sich Blindschleichen und Kreuzottern ebenso zu Hause fühlen wie Wühlmäuse, selten gewordene Vogel-Arten und Schmetterlinge.
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PS: Die Ausbildung zur Rechtsanwalt-/Notargehilfin zwischen 1980-83 hätte ich fast unterschlagen.... das war die Zeit, in der ich meinen Eltern zuliebe "eine vernünftige Ausbildung" gemacht habe.
Naturreine Kräuter- und Wildblütensalze mit original Föhrer Meersalz.
Viel Spaß beim Stöbern, Verschenken und Kochen mit den persönlich von mir zusammengestellten Gewürzen.
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